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Chronik der Schule
Horst.
Dezember 1961- Ehemaliger Horster Lehrer
tot.
Am 1. Dezember 1961 wurde Herr Lehrer i.R. Pieper in Dremmen begraben. Er war
in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg kurze Zeit in Horst tätig. Im
Trauergefolge fand ich keinen seiner ehemaligen Schüler!
Dezember 1961- Zweiter Horster Pfarrer
tot.
Der Pfarrer i.R. Ernst Rütters, Pfarrer in Horst von 1922 - 1936 verstarb
am heutigen Tage, den 10 Dezember 1961, im Alter von 81 Jahren in Aachen.
Dezember 1961- Horster
Kasperlespiel.
Trotz Fernsehen erfreuen sich unsere selbstgeschriebenen und gespielten
Kasperlespiele vieler Besucher. Am 10.12. dem 2. Adventssonntag, wurde in
unserer Schule das Stück "Des Zauberers Pech" uraufgeführt. Eine
kleine Attraktion: Der Herr Schulrat war unvermutet mit seinen kleinen Kindern
erschienen, um sich den Horster Kasperle einmal anzuschauen.
Einnahmen: 44,40 DM. Sie wanderten diesmal in die Tasche des Lehrers, um das
Filmdefizit etwas abzubauen.
März 1962-
Schulentlassung.
Im Rahmen der üblichen Feier, jedoch diesmal erstmalig im Beisein eines
Vertreters der eingeladenen Gemeindevertretung, wurden aus unserer Schule
entlassen:

Käthe Lambertz,
Willibert Wissner, Peter Simons und Hans Kähler.
April 1962- Schulneulinge- Übergang zur
Oberschule.
Nach den Osterferien wuchs unsere Schülerzahl durch die 8 neuen Zugänge
auf 46 an. Höchstschülerzahl für eine Lehrperson beträgt 40. Damit hat
unsere Schule erhöhten Anspruch auf eine 2.Lehrkraft.
Zur Ursulinenschule Geilenkirchen ging Annette Gritten, zur Oberschule
Erkelenz Gerda Maria
Claßen.
von oben nach unten, von links nach
rechts:
Wilma Meurer, Willibert Bleilevens, Mariette Schütz, Hedwig Pelzer,
Franz
Jos. Claßen, Marlene Feiter, Gerd Schröder und Martina Bolten.
April 1962- Schulpolitik der Horster
Gemeindevertreter.
Lehrermangel machte die Besetzung der 2. offenen eingerichteten
Planstelle an unserer Schule zunächst unmöglich. Seitens der Schulbehörde
und der Elternschaft werde ich gebeten, zum Wohle der Schuljugend und des
ganzen Dorfes, meine Ehefrau wieder in den Dienst treten zu lassen.
Bürgermeister Oellers äußert sich: "Selbstverständlich tut Ihre Frau
an unserer Schule Dienst!" In geheimer Sitzung jedoch lehnte die Mehrheit
des Rates die Anstellung meiner Frau ab. Auf meine Einwände und Vorhaltungen
hin kommt es noch zu einer Beschlußfassung. Ergebnis: "Ablehnung bei
Stimmgleichheit". Gründe wurden von den Gemeindevertretern nicht
angegeben.
April 1962- Eltern kontra Gemeinderat.
Anläßlich einer einberufenen Elternversammlung erstattete die Schulleitung
Bericht zur augenblicklichen schulischen Situation. Die Eltern äußerten sich
entrüstet über das eigenwillige, unverständliche Vorgehen der
Volksvertreter, die ohne vorherige Fühlungnahme mit den Eltern und deren
gewählten Vertretern gehandelt hatten. Die Eltern stimmten der sofortigen
Einstellung meiner Frau als 2. Lehrkraft an unserer Schule zu und bringen
ihren Willen in einer schriftlichen Resolution an die Bezirksregierung zum
Ausdruck, in der sich die Elternschaft nachdrücklich von der Denk- und
Handlungsweise des eigenen Gemeinderates distanziert und die Regierung bittet,
geeignete Schritte zu tun, damit Horst sehr bald zu seiner 2. Lehrkraft kommt.
Von 26 der anwesenden Stimmberechtigten stimmen 24 durch Leistung ihrer
Unterschrift der Resolution zu.
Wahl der
Elternsprecher.
Als Vorsitzender der Schulpflegschaft wurde wieder gewählt: Herr Peter
Jos. Claßen. Zu seinem Vertreter wurde gewählt: Herr Johann Bolten. Beide Herren wollen sich mit Nachdruck für die Belange der Eltern und der
Schule einsetzen.
Teilerfolg der Elternschaft und der
Schulleitung.
Dem gemeinsamen Bemühen der Elternvertreter und der Schulleitung zufolge
erteilte Frau Hildegard Pack seit Mai diesen Jahres täglich 2 Stunden
Unterricht in unserer Schule. Sie unterrichtet in dieser Zeit die Schüler des
1. 2. und des 3. Schuljahres. Damit kann dem einzelnen Schulkind in beiden
Klassen eine immerhin schon individuelle Betreuung zuteil werden.
Mai 1962- 2. Lehrkraft in Horst noch
nötiger!
Mir Wirkung vom 1.5.62 wurde der alleinige Lehrer in Horst, Heinz Pack,
vom Herrn Schulrat Quadflieg mit der Leitung einer Arbeitsgemeinschaft für
Junglehrer des Selfkantkreises beauftragt. Dadurch wird für Horst im Jahre
etwa an 25 Tagen zusätzlich der Unterricht ausfallen. An eine Vertretung ist
nicht zu denken, es sei denn, Frau Pack tut es.
Juni/Juli 1962- Schulwanderung nach Manderscheid/Eifel.
In diesem Jahr erwanderten wir von den Jugendherbergen Daun und
Manderscheid aus die Vulkaneifel. Die Teilnahme der Schüler war
vollständig. Von Daun aus wanderten wir zu den Maaren, besichtigten eine Sprudelfabrik,
tranken aus einer wilden Sprudelquelle im Wald, schauten in Steinbrüchen bei
den Verladearbeiten zu, fuhren auf dem Gemünder Maar mit Booten, machten ein
Geländespiel und Farbaufnahmen für unseren Dia- Vortrag. Von Manderscheid aus erstiegen wir den dortigen Mosenberg, umwanderten dortigen
Kratersee, besuchten die beiden alten Burgen des Liesertales, gingen zum
Wasserfall der Kleinen Kyll, danach kletterten wir in die Wolfsschlucht,
hatten immer wieder Freude an unserem Fähnchenspiel, überquerten die kleine
Kyll auf einer selbstgebastelten Brücke, führten Volkstänze auf und kleine
Flötenkonzerte vor und sangen all unsere vielen bekannten Volks- und
Fahrtenlieder im Kreise frischer junger Menschen aus allen Gegenden. Nur die
Betten quietschten zu sehr.

Herbst 1962- Landschulpraktikanten in Horst.
In der Zeit vom 17.9.62 bis 13.10.62 leisteten an unserer Schule ihr
Landschulpraktikum zwei Studenten der Pädagogischen Hochschule Aachen: Herr
Bernhard Götte aus Krefeld und Herr Günter Intveen ebenfalls aus
Krefeld.
Beide Herren wohnten während dieser Zeit im Gasthause Schmitz. Sie gewannen
so sehr bald einen recht lebendigen Kontakt mit der wirtshausfreudigen
Dorfbevölkerung und konnten auf diese Weise das Niveau und Milieu ihrer
späteren Landlehrerumwelt kennenlernen.
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