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      Chronik der Schule Horst.  

Dezember 1960, Schulhof und Schülertoilette.                                                                                                           
Der Schulhof rund um das Schulgebäude hat eine schwarze Decke erhalten. (7000,- DM)   Die Schülertoilette, bislang in einem Ekel erregenden Zustand, wurde großzügig restauriert.

Dezember 1960 - Kasperle "Und Mitleid gibt es doch"                                                                                        
Nach langer Ruhezeit ließen wir unseren Kasperle wieder mal zu Wort kommen. Wir schrieben nach einem Text unseres Lesebuches ein Spiel und führten dieses am Sonntag, den 18.12.1960 in unserer Schule auf. Alle Plätze waren besetzt. 25 erwachsene Dorfbewohner waren erschienen. Unsere Kasperlekasse beherbergt wieder einen Schatz von 44,80 DM.

März 1961 - Schulentlassung.                                                                                                                                     
Es wurden aus der Volksschule entlassen: Gerda Oellers und Josef Schieren. Die Entlassfeier fand in schlichter Form im Beisein der Mütter und des Herrn Pfarrer Kopshoff statt. Flötenkinder, Schülerchor und Sprecher von kurzen Gedichten gestalteten sie.

 

April 1961 - Schulneulinge   

Es wurden aufgenommen:    Norbert Grittern, Rudolf Grittern, Gerd Schaffrath, Katharina Storms und Margret Frenken.

 

Juli 1961 - Hollandfahrt unserer Schule.                                                                                                                
Nachdem wir in den vorhergegangenen Jahren die Eifel, die Rheinlandschaft, die Hinsbecker Schweiz kennen gelernt hatten, sollte es diesmal ans Meer gehen. Nach langen, schweren Bemühungen erhielten wir von der Bezirksregierung die Erlaubnis 6 Tage auszubleiben. Unser Reiseziel war die holländische Hafenstadt Vlissingen an der Scheldemündung, die eine eigene Schiffswerft, einen Fischerei- und Kriegshafen besitzt. Besonders attraktiv ist der überseeische Schiffsverkehr, der etwa nur 200 Meter von der Promenade Vlissingens verläuft. Aus nächster Nähe sind dort die großen "Pötte" zu bestaunen. Vlissingen ist der Standort der Schiffslotsen nach Antwerpen und zurück, von Vlissingen zum Feuerschiff. Das Baden im Meer ist für eingeweihte Wanderführer keine Gefahr, denn nicht überall ist die Strömung bei Ebbe und Flut lebensgefährlich. Der Meeresboden besteht aus Sand. Am westlichen Stadtrand von Vlissingen beginnt eine hohe Dünenkette. Vlissingen selbst ist eine alte holländische  Hafenstadt mit großen Traditionen.  Die Menschen tragen dort noch ihre alten holländischen Trachten. Für unsere Kinder mußte Vlissingen eine völlig andere Welt sein. Das wollte ich sie erleben lassen. Zur Erinnerung an diese Fahrt drehten wir einen 8 mm Schmalfilm in Farbe.                                   Ehemalige Schüler schlossen sich uns an. Als Begleitpersonen fuhren ferner mit: Herr Johann Randerath, Herr Leo Hermanns und Fräulein Marlies Hermanns. Besonders bemerkenswert ist, daß sich von dieser immerhin kostspieligen Fahrt kein Kind des 4. bis 8. Schuljahres ausschloß.

                                                       
                     Vlissingen.
Im Hintergrund die Kräne der Schiffswerft, der Glockenturm im Vordergrund Fischdampfer im Hafen bei Ebbe.

   
Windmühle und Kaimauer unweit der Jugendherberge.

 

September 1961 - Kinderlähmungsepidemie.                                                                                                              
Seit Juni des Jahres herrscht in Nordrhein-Westfalen eine starke Kinderlähmungsepidemie. Aus Horst erkrankte das zweijährige Kind Heinz Küppers, Sohn des Malers Matthias Küppers schwer. Es wurden alle Strapazen für Schulkinder seitens der Behörde verboten.

September 1961 - Praktikanten.                                                                                                                                 
Ihr vier wöchentliches Landschulpraktikum leisten an unserer Schule: Fräulein Elisabeth Spehl, (Grebben) und Herr Heinz Jos. Buchkremer (Lindern)

Anläßlich einer Rundfahrt durch den Nordkreis wurde unsere kleine Landschule von einer Gruppe Landschulpraktikanten, Mentoren, dem Herrn Schulrat Quadflieg und Dozenten der Pädagogischen Hochschule Aachen besucht.

November 1961 - Unser eigener Farb-Tonfilm.                                                                                                     
Unsere diesjährige mehrtägige Schulwanderung in die holländische Hafenstadt Vlissingen hatten wir in einem 8 mm Schmalfilm festgehalten. In mühevoller Kleinarbeit und mit primitivsten Mitteln haben wir diesen Film selbst geschnitten und vertont. Die Materialkosten beliefen sich auf 390,-DM und wurden von mir finanziert. Laufzeit des Films betrug 70 Minuten. Unser Film hatte 2 Teile:                                                                                                                                       
1. Der schulische Alltag mit Fahrtvorbereitungen.                                                                                                             
2. Die große Fahrt.                                                                                                                                                     
Eintrittsgelder wurden nicht erhoben, Spenden hingegen dankend angenommen. So wurden 280,-DM eingespielt, als Defizit blieb mir 110,-DM. Durch diese Filmvorführung bekamen die Eltern einen lebendigen Eindruck von den vielgestaltigen Erlebnissen und der Bildungskraft einer solchen Wanderung. Man war überrascht. "Nee, so schön hätten wir uns das denn doch nicht gedacht, Herr Lehrer!" wurde mir nach diesem Abend immer wieder gesagt. "Was heute den Kindern alles geboten wird!" "Können wir beim nächsten Mal nicht auch mitfahren, Herr Lehrer?"

  

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